Bewegungsmechanismus von Malariaerregern aufgeklärt
Heidelberger Wissenschaftler veröffentlichen in "Cell Host & Microbe"
Heidelberg 17.12.2009 - Wie gelangen einzellige Parasiten von der Speicheldrüse einer Mücke über die Haut des Menschen bis in dessen Blutzellen? Welche molekularen Mechanismen liegen dieser medizinisch sehr wichtigen Bewegung des Einzellers zugrunde? Eine Forschergruppe um Dr. Friedrich Frischknecht, Arbeitsgruppenleiter im Department für Infektiologie des Universitätsklinikums Heidelberg, hat das anfängliche Entwicklungsstadium des Malariaerregers mit neuartigen Mikroskopietechniken beobachtet und dabei herausgefunden, dass der Erreger ständig zwischen Phasen schnellen Gleitens und Phasen starker Anhaftung an die Umgebung wechselt. Das Zusammenspiel dieser beiden Prozesse erlaubt es dem Parasiten wahrscheinlich, seine Bewegung auf die Umgebung abzustimmen. Die Ergebnisse wurden im Rahmen des Exzellenzclusters CellNetworks erarbeitet und in dem angesehenen Journal "Cell Host & Microbe" veröffentlicht.
Zwei RUB-Projekte werden vom BMBF gefördert
Hefen als Hersteller von Lipiden, Bakterien als Lieferanten von L-Lysin
Bochum, 15.12.2009 - Hefen und Bakterien noch fitter und leistungsfähiger für ihren Einsatz in der industriellen Produktion zu machen ist Ziel einer Arbeitsgruppe um PD Dr. Ansgar Poetsch am Lehrstuhl für Biochemie der Pflanzen der Ruhr-Universität Bochum. Im Projekt "MetaZyme" wollen sie Hefen zur effizienteren Lipid-Produktion verhelfen; in einem Teilprojekt von "FlexFit" geht es darum ein L-Lysin herstellendes Bakterium stressresistent zu machen. Ein Schwerpunkt der Projekte ist - passend zum etablierten Proteinnetzwerk der RUB - die Funktionsuntersuchung von Proteinen. Insgesamt erhalten die Forscher dafür im Rahmenprogramm "Anwendungsorientierte Forschung an nicht-pathogenen Mikroorganismen für ressourceneffiziente Industrieproduktion" des Bundesforschungsministeriums (BMBF) 900.000 Euro.
Wegweisende Forschung zur Entwicklung von Muskelzellen
Wien 15.12.2009 - Nesseltiere wie Seeanemonen gehören zu den ersten Lebewesen in der Geschichte der Evolution, die Muskeln entwickelt haben. Ulrich Technau, Entwicklungsbiologe der Universität Wien, und sein Team untersuchen, ob diese einfachen Organismen, deren Ursprung vor etwa 600 Millionen Jahren liegt, bereits die molekularen Anlagen für die Entstehung der viel komplexeren Muskulatur von Wirbeltieren in sich tragen. Dabei gelang es den ForscherInnen zum ersten Mal, transgene Seeanemonen zu züchten – Seeanemonen, deren Muskelzellen buchstäblich rot werden. Die Ergebnisse der Studie erscheinen demnächst in der renommierten Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)".
Neues Europäisches Proteinforschungszentrum PURE entsteht an der RUB Mehr als 37 Millionen Euro Landesförderung
Bochum 11.12.2009 - An der Ruhr-Universität Bochum entsteht mit mehr als 37 Millionen Euro Landesförderung das Europäische Proteinforschungsinstitut PURE (Protein Research Unit Ruhr within Europe. Die Mission von PURE ist die Suche nach krankheitsanzeigenden Proteinen - sog. Biomarkern - für verschiedene Erkrankungen wie Krebs, Parkinson oder Alzheimer. Sie sollen bei der Früherkennung von Krankheiten helfen und dazu beitragen, die Wirksamkeit von Therapien zu prüfen. "PURE verbindet Grundlagenforschung mit konkreten Diagnose- und Therapieansätzen. Mit diesem Institut stellt die Universität Bochum erneut ihre Forschungsstärke unter Beweis" sagte NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart. RUB-Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler unterstrich die Bedeutung von PURE als Brücke zum Gesundheitscampus NRW und für die Entwicklung zur Exzellenzuniversität.
Vorhaben wurde aus knapp 1600 Anträgen ausgewählt
Berlin 9.12.2009 - Prof. Dr. Regine Hengge vom Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie der Freien Universität Berlin wird für ihr Projekt zur Erforschung der Entstehung bakterieller Biofilme durch den Europäischen Forschungsrat (ERC) gefördert. Das Vorhaben wird in der Kategorie „Advanced Investigator Grant“ gefördert. Die Fördersumme beläuft sich auf bis zu zwei Millionen Euro. Das Projekt „Cyclic-di-GMP: New Concepts in Second Messenger Signaling and Bacterial Biofilm Formation“ soll zu einem umfassenden Verständnis der Biofilme führen, die aufgrund ihrer Antibiotikaresistenz schwerwiegende Komplikationen bei Infektionskrankheiten verursachen und durch den Bewuchs verschiedenster Oberflächen große technische Probleme auslösen. Das Vorhaben wurde aus 1584 Anträgen und als einer von 513 Anträgen in den Lebenswissenschaften ausgewählt.
Deutsche Forscher am internationalen Krebs-Genom-Projekt beteiligt
Bonn/Berlin 9.12.09 (db) – Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Deutsche Krebshilfe e.V. unterstützen gemeinsam die deutsche Beteiligung am weltweit größten internationalen Forschungsprojekt zur Klärung der molekularen Ursachen von Krebserkrankungen. In diesem Rahmen startet nun ein vom Deutschen Krebsforschungszentrum koordinierter Forschungsverbund, der über einen Zeitraum von fünf Jahren Gehirntumoren bei Kindern molekulargenetisch untersuchen wird.
Die neue Kartoffelzüchtung produziert hochreine Stärke.
8.12.2009 - Die Schale ist hellbraun, das Fleisch saftig und gelb - rein äußerlich sieht die neue Kartoffel aus wie jede andere. Doch in ihrem Inneren ist sie anders: Ihre Zellen produzieren reines Amylopektin, eine Stärke, die in der Papier-, Textil- und Nahrungsindustrie benötigt wird. Die neue Kartoffel, die jetzt zum ersten Mal geerntet und verarbeitet wird, haben Fraunhofer-Forscher mit Hilfe eines neuen, besonders schnellen Züchtungsverfahrens entwickelt.
Einzeller sind wichtigste Konsumenten der Bakterienproduktion
Köln 8.12.2009 - In einer Meerestiefe von mehr als fünf Kilometern konnte in den Tiefseebecken des Südatlantiks eine hohe und bisher völlig unerwartete Diversität von kleinen Einzellern, vor allem Geißeltierchen, entdeckt werden. Dieses Ergebnis hat Dr. Frank Scheckenbach und Professor Dr. Hartmut Arndt vom Zoologischen Institut der Universität zu Köln selbst überrascht. Die Kölner Forscher haben zusammen mit einem internationalen Forscherteam in den vergangenen Jahren an verschiedenen Tiefsee-Expeditionen (DIVA) im Südatlantik teilgenommen. Die Expeditionen hatten das Ziel, die Vielfalt der Organismen der verschiedenen Tiefseebecken des Südatlantiks miteinander zu vergleichen.
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