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Halbacetal:
Reaktion einer OH-Gruppe mit einer Carbonyl-Funktion wichtige intramolekulare Reaktion bei Monosacchariden, s. a. Acetal.
Häm:
kompliziert aussehende Verbindung. Diese, zur Gruppe der Porphyrin Ring System zählende Verbindung, spielt nicht nur im Hämoglobin eine wichtige Rolle. Die Häm-Synthese findet ubiquitär (in allen Geweben) statt. Vorstufe ist das Aminolävulinat, das aus Succinyl-CoA und Glycin gebildet wird. Zwei Moleküle Aminolävulinat bilden dann einen Pyrrol-Ring mit Substituenten aus. Vier dieser Pyrrol-Ringe werden über Methin- (-CH=) Gruppen verbunden. In der Mitte dieser Verbindung befindet sich ein Zentralatom (Eisen ,Fe, beim Hämoglobin oder Magnesium, Mg, beim Chlorophyll) das durch die Stickstoffe des Pyrrols vierfach koordiniert ist. Die fünfte Koordinationsstelle ist häufig mit einem Aminosäurerest (Histidin, Methionin) des Proteins koordiniert, die 6. Position ist frei für einen Liganden (z. B. Sauerstoff). Ausnahme Elektronentransport (z.B Cytochrom c), dann ist die 6. Position ebenfalls durch einen Aminosäurerest abgesättigt.
Hämoglobin:
roter Blutfarbstoff lokalisiert in den Erythrocyten (rote Blutzellen). Das Hämoglobin von Erwachsenen besteht aus 4 Proteinketten, 2a und 2ß Untereinheiten, auch als Hb A (engl. adult, Erwachsen) bezeichnet. Jede Untereinheit trägt ein Häm, daß jeweils ein Sauerstoffmolekül (O2) koordinativ fixieren und somit transportieren kann. In der Lunge herrscht ein relativ hoher Sauerstoff Partialdruck. Hier wird Sauerstoff vom Hämoglobin gebunden (kooperativer Prozeß), im peripheren Gewebe herrscht ein niedriger Sauerstoff Partialdruck, hier wird der Sauerstoff abgegeben.
haploid:
nur ein Chromosomensatz, keine Paare wie bei somatischen Zellen, s. a. Gamet.
Harnstoff:
organische Verbindung die von Friedrich Wöhler erstmals aus anorganischen Substanzen synthetisiert wurde. Diamin des Kohlendioxid (OC(NH2)), sehr gut wasserlöslich, des wegen hervorragend zur Ausscheidung von Ammoniak bei Säugetieren geeignet. Hat denaturierende Eigenschaften auf Proteine.
Harnstoff-Cyclus:
teils mitochondrial teils cytosolisch lokalisierter Prozeß der zur Ammoniak Entfernung aus dem Körper dient. Dieser Cyclus läuft überwiegend in den Leberzellen (Hepathocyten) ab. Der Ammoniak wird zuerst auf CO2 übertragen. Das resultierende Carbamoyl-Phosphat wird dann auf Ornithin (eine nicht proteinogene Aminosäure, C5-Gerüst mit Amino-Gruppe) übertragen. Es entsteht Citrullin (eine nicht proteinogene Aminosäure, C5-Gerüst mit Harnstoff-Gruppe) das mit Aspartat zu Arginosuccinat reagiert. Hieraus wird Fumarat abgespalten und das resultierende Arginin wird hydrolytisch zu Ornithin und Harnstoff weiter abgebaut. Das Ornithin steht dem Cyclus somit wieder zur Verfügung.
Hepathocyten:
Leberzellen.
heteroplastisch:
unterschiedlicher Grad der Vielfalt (Diversität) von Genen bei polyploiden Organismen bzw. Zellorganellen. Die Mitochondrien verfügen über 15-20 ringförmige DNA-Moleküle, die keineswegs alle identisch sein müssen und von denen das eine oder andere DNA-Molekül Unterschiede (Mutationen) aufweisen kann. Also nicht zur Hälfte (heterozygt) über die gleichen DNA-Moleküle verfügt.
heterozygot:
mischerbig, zwei sich unterscheidende Gene (beim diploid Satz Chromosomen) für ein Merkmal, im Gegensatz zu homozygot.
Histeamin:
biogenes Amin des Histidin.
Histidin:
proteinogene Aminosäure, C-3 Gerüst an dem ein Imidazolring angehängt ist.
HIV:
Human Immune deficiency Virus, RNA-Virus (Familie der Retroviridae), siehe HTLV.
Homocystein:
Aminosäure C-4 Gerüst (höhere Homologe zu Cystein). Homocystein entsteht durch Demythylierung von Methionin (C-1 Gruppentransfer).
Homogenisatoren:
meist physikalische Geräte zum Aufschließen von Geweben (Gewebeaufschluß) oder Zellen (Zellaufschluß). Die Verfahren reichen von groben Geräten Schneidepressen (Gewebeaufschluß) und Glaszylinder mit lockeren Glasstempel (Zellaufschluß, z.B. Dounce-Homogenisator) zu immer feineren Geräten Glaszylinder mit dicht passenden Teflonstempel (Zellaufschluß, z.B. Potter-Homogenisator) bis hin zum rotierenden Messer (Turrax-Homogenisator, Prinzip Rührstab wie in der Küche).
Homologe Recombination:
Einbringen von Fremd DNA an einen bestimmte Genort. Bei Knock out Mäusen wird ein Gen der Maus gezielt durch die homologe Recombination ausgeschaltet. Hierzu wird im allgemeinen in ein Exon des Zielgens eine Nonsense DNA Sequenz integriert. Eine erfolgreiche homologe Recombination liegt im Promille Bereich. Zur Erhöhung der Trefferquote sollten die flankierenden Bereiche der Nonsense Sequenz identisch mit den Bereichen des Zielgens sein (deswegen homologe Recombination). S.a. Integration, Transfektion.
homozygot:
zwei identische Gene für ein Merkmal, Gegenteil heterozygot.
house-keeping-gene:
engl. Haushaltsgene, ein Gen das von allen Zellen expremiert wird (z.B. Actin Gen oder GAPDH). Solche Gene werden gern als Bezugsgröße (Quantitativ) zum Vergleich von mRNA benutzt.
HTLV:
Human T-lymphotrope Virus, Viren die das menschliche Immunsystem und hier die T-Lymphocyten befallen. Es gibt drei Klassen I, II und III. Während die Klassen I und II in Japan und Karibik endemisch sind, findet sich Klasse III weltweit. HTLV III wurde von Luc Montagnier isoliert und hat die bekanntere Bezeichnung HIV (Human Immune deficiency Virus, zuerst auch als LAV bzw. ARV bezeichnet). Dieses Virus verursacht AIDS (acquired immune deficiency syndrome).
human:
auf den Menschen bezogen, menschlich.
hydrophil:
Wasser liebend, Moleküle bzw. Teile von Molekülen die gut wasserlöslich (polar, oder elektrisch geladen) sind.
hydrophob:
Wasser hassend, synonym lipophil (Fett liebend), Moleküle bzw. Teile von Molekülen die schlecht wasserlöslich (unpolar, elektrisch neutral) sind. Derartige Verbindung sind in unpolaren Lösungsmitteln (z.B. Benzol) gut löslich.
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