| Acetal: |
Reaktion zwischen zwei OH-Gruppen
(Alkohol-Gruppen, auch ol-Gruppen) und einer Carbonyl-Funktion, wichtig bei
Monosacchariden (glykosidische Bindung). Halbacetal: Reaktion einer OH-Gruppe
mit einer Carbonyl-Funktion.
|
| Acetylcholin (ACh): |
Neurotransmitter des vegetativen und zentralen
Nervensystems. Chemisch gesehen ist es ein Ester. Die Säurekomponente
bildet die Essigsäure (Acetyl), die Alkoholkomponente stammt vom biogenen
Amin (Decarboxylierte Aminosäure) des Serins (Ethanolamin), dessen
Aminogruppe trimethyliert (3 Methyl-Gruppen, quatäres Amin, positive
Ladung, Cholin) ist.
|
| Acetyl-CoA: |
Wichtiger Metabolit im Stoffwechsel (C-2
Gruppentransfer). Chemisch ein Thioester, dessen Säurekomponente von der
Essigsäure und deren Sulfhydryl-Gruppe (SH-Gruppe) vom Coenzym A (CoA)
stammt.
|
| Actin: |
Nur bei Eukaryonten vorhandenes Strukturprotein.
Es bildet helicale Doppelstränge aus, die für Struktur des
Cytoskeletts essentiell sind.
|
| Adaptor: |
Kurzes einzelsträngiges Oligonucleotid, ohne
komplementäre Bereiche, das häufig mit einem Linker benutzt wird, um
sticky ends in ein DNA-Molekül einzuführen.
|
| Adenin (A): |
eine von zwei Purin-Basen der DNA bzw. RNA.
|
| Adenosylmethionin: |
wichtiger Co-Faktor des Methyl-Gruppen bzw.
C1-Transfer (Methylierungen).
|
| Adrenalin: |
siehe Catecholamine.
|
| aerob: |
in Gegenwart von Sauerstoff (O2),
wortwörtlich eigentlich Luft.
|
| Agar: |
Polysaccharid das mit Medium und einem
Selektionsmarker (Antibiotikum, z.B. Ampicillin, Kanamycin) versetzt in
Petri-Schalen (Platten) gegossen wird. Nachdem Erstarren werden Bakterien
ausgestrichen und die Platten bei 37°C über Nacht inkubiert. Nur
resistente Bakterien wachsen zu Kolonien (Klone).
|
| Agarose: |
Polysaccharid aus Algen, nach aufkochen erstarrt
es zu einer gelartigen Matrix, daß zum auftrennen von DNA-Fragmenten
benutzt wird.
|
| Alanin: |
a L-Alanin, proteinogene Aminosäure, C-3
Gerüst, ß Alanin keine proteinogene Aminosäure (biogenes Amin
des Aspartat).
|
| Aldehyd: |
organisches Molekül das eine
endständige reaktive Carbonyl-Funktion (HCO-Gruppe) besitzt, z. B. Aldosen
(Gruppe von Monosacchariden, z.B. Glucose). Charakteristische Reaktion Acetal-
und Halbacetal-Bildung.
|
| Aldosen: |
Monosaccharide (Poly-ole, OH-Gruppen) die eine
Aldehyd- Gruppe tragen.
|
| Adrenalin: |
siehe Catecholamine.
|
| alkalische Phosphatase: |
Enzym das unspezifisch Phosphate von Substraten
(Proteinen, DNA) entfernt. Bei der DNA entfernt es die 5`-Phosphate von
DNA-Molekülen (Dephosphorylierung). Hierfür wird häufig auch die
CIP (calf intestinal phophatase) benutzt (s.a. cippen), um die Religation eines
Plasmids zu verhindern.
|
| Alkohol: |
organische Verbindung mit OH-Gruppe.
|
| Alkoholische Gärung: |
siehe Gärung.
|
| Allel: |
Eine von zwei (diploides Genom) oder mehr (dann
Isoenzyme) Varianten eines Gens.
|
| Allergie: |
Überreaktion des Immunsystems. Harmlose
Fremdkörper (z.B. Pollen) werden vom Immunsystem wie gefährliche
Eindringlinge attackiert. Meist sind die Fremdkörper, z.B. Pollen, durch
Umwelteinflüsse (Luftverschmutzung) an ihrer Oberfläche
verändert, so daß das Immunsystem sie nicht als harmlos
identifiziert, und deshalb so intensiv reagiert.
|
| Amine: |
organische Moleküle die eine Amino-Gruppe
(NH2) als funktionelle Gruppe tragen.
|
| Aminosäuren: |
systematisch eigentlich a
L-Aminocarbonsäuren, Carbonsäuren die am benachbarten C-Atom (a
C-Atom) eine Amino-Gruppe (NH2-Gruppe) tragen. Aufgrund der Carboxy- und der
Amino-Gruppe liegen die Aminosäuren unter physiologischen pH-Bedingungen
(pH 7.4) als Amphotere vor, die Caboxy-Gruppe ist negativ geladen (Anion), die
Amino-Gruppe ist positiv geladen (Kation), nach außen aber ist
Molekül elektrisch neutral. Bei Aminosäuren werden 20 proteinogene,
die Aminosäuren die am Aufbau von Proteinen beteiligt sind, von den nicht
proteinogenen unterschieden. Die proteinogenen Aminosäuren werden in
essentielle, nicht vom menschlichen Organismus synthetisierbare, und nicht
essentielle Aminosäuren, vom menschlichen Organismus synthetisierbare,
unterteilt. Unterschiede der Aminosäuren sind in den Seitenketten (Resten)
manifestiert.
|
| Aminoterminus: |
auch N-Terminus, Amino-Ende (freie Amino-Gruppe)
eines Proteins. Proteine werden vom Aminoterminus zum Carboxiterminus
angegeben, das entspricht auch der Syntheserichtung.
|
| Amphetamin: |
Dopamin, das an dem C-Atom, das die Amino-Gruppe
trägt, noch eine Methyl-Gruppe besitzt.
|
| Ampicillin (Amp): |
ß-Lactam-Antibiotikum, das zum
Selektionieren eingesetzt wird.
|
| Amplifikation: |
Vervielfältigung von DNA durch PCR
(Polymerase Chain Reaction) oder durch Inkubation von Bakterien (E.coli) mit
Selektionsplasmid.
|
| Amplikon: |
Das durch eine PCR (Polymerase Chain Reaction)
vervielfältigte DNA-Fragment, das zwischen den Primern liegt.
|
| Amylose: |
Polysaccharid bestehend aus a-1,4-glycosidisch
verknüpften Glucose-Monomeren.
|
| Amylopektin: |
Polysaccharid bestehend aus a-1,4-glycosidisch
verknüpften Glucose-Monomeren sowie a-1,6-glycosidischen Verzweigungen
etwa alle 20-25 Glucose-Untereinheiten.
|
| anabol: |
aufbauende Prozesse, die Synthese von
Biomolekülen. Im Gegensatz zu abbauenden, energieliefernden Prozessen zur
Energiegewinnung im Organismus, die als katabol bezeichnet werden.
|
| Anhydrid: |
Ausbildung von Dimeren aus monomeren Säuren
unter Wasserabspaltung (energiereiche Bindung, bzw. aktivierte Bindung). Z. B.
g-Phosphat und ß-Phosphat des ATP.
|
| Annealing: |
Hybridisierung (Ausbildung von
Wasserstoffbrücken-Bindungen zwischen komplementären Nukleotiden) von
kurzen einzelsträngigen Nukleotiden (Oligo-Nukleotide, Primer) mit einem
langen einzelsträngigen DNA-Molekül (Template, Vorlage).
|
| Antikörper (AK): |
Immunglobulin (Ig) das eine Determinante (Epitop)
eines Antigens (Oberfläche, häufig ein Protein) erkennt. Monoklonale
AK sind identische AK, polyklonale AK sind verschiedene AK, die auch mit
unterschiedliche Determinanten des Antigens reagieren können
(Kreuzreaktion). Ein primärer AK (Entdecker) ist gegen die
Ziel-Determinante (Antigen, AG) gerichtet, ein sekundärer AK (Marker,
andere Spezies als der primäre AK) ist gegen eine Determinante des
primären AK gerichtet und trägt eine Markierung (Fluoreszenz bzw.
radioaktive Markierung).
|
| Anticodon: |
die 3 Basen einer tRNA, die komplementär zum
Triplett/Codon der mRNA sind.
|
| Antigen (AG): |
Ein Molekül, meistens ein Protein, das im
Organismus die Produktion von Antikörpern (AK) induziert.
|
| Antiparallel: |
gegenläufige Orientierung, bei
doppelsträngiger (ds) DNA sind die beiden Stränge antiparallel
orientiert, der eine ist in 5`-3`-Richtung der komplementäre in
3´-5´-Richtung. Bei Proteinen häufig bei antiparallelen
ß-Faltblatt-Domänen, das heißt, der eine Bereich des
ß-Faltblatts ist Amino-Carboxi-Terminal angeordnet, der gegenüber
liegende Carboxi-Amino-Terminal orientiert.
|
| Apoptose: |
programmierter Zelltod. Fehlerhafte,
gestörte oder alte Zellen müssen bei einem vielzelligen Organismus
ausgeschaltet werden, bevor andere Zellen oder gar der gesamte Organismus in
Mitleidenschaft gezogen, bzw. unnötig belastet wird. Dies wird im
allgemeinen durch ein Selbstzerstörungs Programm der Zellen, eben der
Apoptose, schonend für den gesamt Organismus realisiert.
|
| Arginin: |
basische Aminosäure, am Harnstoffcyclus
beteiligt. C-5 Gerüst an das eine Guanidin-Gruppe ( C
(NH2)3 ) über eine C-N-C Bindung angehängt ist.
|
| Asparagin: |
eine Aminosäure, genauer eine
Aminodicarbonsäure mit C-4 Gerüst, dessen zweite Carboxy-Gruppe als
Amid (Säureamid) vorliegt.
|
| Asparaginsäure: |
eine Aminosäure besser als Aspartat
bezeichnet, diese Aminodicarbonsäure hat ein C-4 Gerüst, dessen
zweite Carboxy-Gruppe deprotoniert (als Anion) vorliegt.
|
| Assay: |
englisch für Untersuchungsvorschrift,
Nachweis, Methode bzw. Verfahren.
|
| Astrocyten: |
auch Astroglia, Gliazellen des Zentralen
Nervensystems (ZNS), die die Neuronen von der Blutbahn trennen (schützen).
Im Prinzip die Blut-Hirn-Schranke.
|
| Atmungskette: |
auch Elektronentransportkette, in den
Mitochondrien in der inneren Membran lokalisierte Reihe von Enzymen. Am Komplex
I wird reduziertes Cosubstrat (NADH) oxidiert (Abgabe von Wasserstoff, H2) in
dem der Wasserstoff auf Ubichinon übertragen wird. Gleichzeitig werden
Protonen (H+) vom Matrix-Raum in den Intermembran-Raum gepumpt. Am Komplex II
wird FADH reoxidiert (ohne Protonen zu pumpen). Am Komplex III werden die
Elektronen des auf das Ubichinon übertragenen Wasserstoffs auf Cytochrom c
weitergeleitet. Auch hier werden Protonen vom Matrix-Raum in den
Intermembran-Raum gepumpt. Das so reduzierte Cytochrom c wird am Komplex IV
wieder oxidiert, indem die Elektronen auf Sauerstoff übertragen werden,
wodurch letztendlich Wasser entsteht (H2O). Auch am Komplex IV werden Protonen
in den Intermembran-Raum gepumpt. Der resultierende Protonengradient wird am
Komplex V (ATP-Syntase, auch ATPase) zur Synthese von ATP aus ADP und Phosphat
ausgenutzt (Konservierung der Energie als chemische Energie in der
Anhydrid-Bindung).
|
| ATP: |
Adenosintriphosphat, Base: Adenin, Zucker:
Ribose, 3 Phosphate. AMP ist das entsprechende Monophosphat und ADP das
entsprechende Diphosphat.
|
| Autoradiogramm: |
auch Autoradiographie, Exposition eines
Röntgenfilms durch ein mit radioaktiven Substanzen versehenden Gels (z.B.
35S, 32 P, 33P, bei der DNA-Sequenzierung)
oder einer radioaktiv markierten Membran (z. B. 32P, 33
P, bei Southern -, Western- oder Northern-Blot). Diese Membran wird häufig
auch als Filter bezeichnet.
|
| autosomal: |
Als autosomale Chromosomen bezeichnet man im
allgemeinen alle Chromosomen die nicht geschlechtsspezifisch sind. Der Mensch
verfügt über 22 autosomale Chromosomenpaare und ein
Geschlechtschromosomenpaar (Frau XX, Mann XY).
|