| Auswertgeräte für Dünnschichtchromatogramme sind zahlreich im Handel, z. B. für fotometrische und radiochromatographische Auswertungen. Als Dokumentation bezeichnet man u. a. die Konservierung der entwickelten Dünnschicht. Hierzu sind verschiedene Spray-Mittel im Handel. Die "Verfahrenstechnik der photographischen Dokumentation von Dünnschichtchromatogrammen" ist ausführlich beschrieben bei H. Scholtz, Dtsch. Apoth.-Ztg. 114, 589-592 (1974). Die Durchlauf-Dünnschicht-Chromatographie benutzt man, wenn eine Laufstrecke von ca. 17 cm (maximale Laufstrecke der normalen Platten) nicht ausreicht. Hierzu werden die Platten in einer Spezialvorrichtung horizontal eingespannt (Schichtseite nach unten). Eine Filzauflage läßt das Solvens zur Schicht gelangen, bzw. ein Filtrierpapierstreifen saugt aus einem Trog mobile Phase nach. Wenn - mit dünnen Abstandshaltern am Rande der Platte - eine zweite Platte eine schmale Kammer bildet, bleibt ein Streifen der beschichteten Platte unbedeckt, wodurch das Solvens verdampfen kann. Auf diese Weise können Flecke im unteren RF-Bereich mehr auseinandergezogen werden. Fluoreszierende Schichten kann man sich bei Bedarf selbst herstellen, und zwar durch Zusatz von 2 % des Leuchtstoffes Grün, der im kurzwelligen UV (254 nm) fluoresziert. Solche Schichten benutzt man dann, wenn man nichtfluoreszierende und auch sonst durch Reagenzien schwererkennbare Flecken sichtbar machen will. An den Substanzstellen ist die Fluoreszenz dann gelöscht. Zu empfehlen sind F-Adsorbenspulver bzw. F-Fertigschichten. Eine Gradienten-Elution von Dünnschicht-Platten ist ebenfalls möglich. Hierbei steht die Dünnschicht-Platte in dem Entwicklergefäß auf einer Siebplatte, unter der mit einem Magnetrührer durch ständigen Zufluß eines polaren Solvens zu einem weniger polaren Solvens ein Konzentrationsgradient hergestellt wird. Der Flüssigkeitsspiegel wird durch einen Überlauf - unterhalb der Startflecken - konstant gehalten. Gradientenschichten können z. B. mit basischem und saurem Aluminiumoxid hergestellt werden. Eine Kopplung DC-Pyrolyse-FID ist als weitere Technik zur quantitativen Auswertung möglich. Für eine Polarographie ist die Elution aus Kieselgel-G-Schichten mit Dimethylformamid günstig (=vollständige Desorption). Für präparative Zwecke ist in geringem Umfang auch die Dünnschichtmethode einsetzbar. Hierzu werden größere Glasplatten verwendet. Man trägt in solchen Fällen nicht einen kreisrunden Startpunkt auf, sondern einen "Startstrich", d. h. über die gesamte Länge der Startlinie wird bandförmig eine größere Substanzmenge aufgetragen und nach der Entwicklung die entsprechende Zone herausgekratzt, eluiert und nach den üblichen chemischen Methoden aufgearbeitet (siehe TLC-Applicator). Rapid-Fertigplatten-Kieselgel F 254 (vgl. Druckschrift AL 17) sind besonders schnelllaufende (Glas-) Platten mit hoher Trennleistung, eine Spezialentwicklung des Hauses Woelm. Sie sind vorzugsweise geeignet für betriebliche Reaktionskontrollen, Vergiftungsanfälle, Serienanalysen usw. Sie werden benutzt in den Anwendungsbeispielen 10 und 14 (Seiten 21 und 24). Siehe auch: "Fließverhalten von Dünnschichtchromatographie-Rapid-Fertigplatten", S. Ebel, Dtsch. Apoth.-Ztg. 113, 791-794 (1973). Reagenzien werden aufgesprüht, und zwar vorsichtig, damit man durch einen zu kräftigen Luftstrahl nicht die Schicht von der Platte reißt. Am besten wählt man den richtigen Abstand mit einem Blindvbrsuch aus. Dies ist besonders bei säurehaltigen Reagenzien zu beachten. Die anorganischen dünnen Schichten haben den Vorteil, daß sie auch mit aggressiven Reagenzien behandelt werden können. Dies kann bis zur Verkohlung der organischen Flecken geschehen. Die "Reversed-Phase Chromatography" bezeichnet die Verteilungs-Chromatographie mit umgekehrten Phasen. Hierzu hydrophobiert man das anorganische Schichtmaterial, z. B. mit Dichlordimethylsilan, und belädt es dann mit einer lipophilen Phase (z. B. flüssigem Paraffin). Die mobile Phase muß dann mehr polar sein (z. B. Aceton-Wasser-Gemisch). - Auf diese Weise trennt man vorzugsweise Substanzen, die sich im lipophilen System besser lösen. Rillenglas (Linienglas), d. h. Glasscheiben wie sie für Türen gelegentlich benutzt werden (mit vorstehenden Glasrippen), können ohne Streichgerät und ohne Gießen in der Weise benutzt werden, daß der Dünnschicht-Brei mit einem Stück Glas oder dergleichen in die Zwischenräume der Rippen gestrichen wird. Dann resultieren übereinanderstehende Fleckenfolgen, d. h. ohne Ablenkung der Wanderungsstrecke nach einer Seite. Auf normalen Glasplatten kann man diesen Erfolg sehr einfach dadurch erzielen, daß man das Dünnschicht-Material durch Anritzen mit einer Nadel in Bahnen unterteilt. Eine "S-Kammer" (Sandwich-Kammer) besteht aus 2 DC-Platten mit 2-3 mm starkem Glas- oder Kunststoffstreifen als Abstandshalter. Die seitlich dichte Packung wird mit Klammern gehalten und in einen Flüssigkeitstrog gestellt. Geringer Fließmittelbedarf. Als Stufen-Technik wird eine Methode bezeichnet, die mobile Phase bei ein und derselben Platte - jeweils nach dem Abtrocknen des ersten Solvens - zu wechseln, wodurch je nach Wahl der Solvenzien im oberen oder unteren RF-Bereich die Fleckenfolge besser auseinandergezogen werden kann. Der "TLC-Applicator" bietet einen präzisen quantitativen Strich- und Punkt-Auftrag auf chromatographische Trennschichten. Ohne Spritzer. Ohne "Keulen". Strichlänge von praktisch 0-200 mm. Diese Präzision ist für eine quantitative Auswertung unerläßlich. Verfügbar ist das Gerät mit einer Halterung für eine oder für zehn Spritzen. Hierfür gibt es Präzisionsspritzen von 10-2500 pl. Siehe Seiten 28-30 und ausführliche Druckschrift AL21 UV-Lampen im Chromatographie-Labor sollen (auch laut Vorschrift des Europäischen Arzneibuches) UV-Licht der Wellenlängen 254 und 366 nm erzeugen. Zwei-dimensional kann man wie in der Papier-Chromatographie auch in der Dünnschicht-Chromatographie arbeiten. Es wird dann lediglich an einer Ecke der Platte ein einziger Fleck aufgetragen und dieser erst in einer Richtung mit einem Solvens entwickelt und anschließend nach Drehen der Platte um 90' in der zweiten Richtung mit einem anderen Solvens die bereits entwickelte erste Fleckenfolge weiterentwickelt. Hiervon macht man dann Gebrauch, wenn mit dem ersten Lösungsmittel die Substanzen noch nicht vollständig getrennt werden können. |